Der Hallische Hanseverein e.V. präsentiert das "Virtuelle Hansebuch"

Artikel - Die Hansemagd

Die Hansemagd, Märchen, Pferde und Singen


Es war einmal ein kleines Mädchen, so beginnen bekanntlich Märchen. Doch aus diesem kleinen Mädchen ist inzwischen ein beachtlicher Teenager geworden. Als das Märchen begann, war Sophie Wohlleben gerade mal zarte 8 Jahre. Dieses Märchen war übrigens keins im Sinne der Brüder Grimm, sondern es war ein handfester Verein ­ der Hallische Hanseverein. Da Sophies Mutter, Sandy Wohlleben, auch schon beim Theater des Hansevereins mitmischte, beschloss das Kind ebenfalls in die Fußstapfen der Mutter zu treten und wurde flugs zur Hansemagd gekürt. Damit hatte sie ab sofort die Bürde, dem Hansekaufmann Erasmus von Halberstadt, einem korpulenten, jähzornigen und schlitzohrigen Kaufmann Paroli zu bieten. Das gelang ihr in vielen Abenteuern bzw. Theaterstücken beim Salz- und Hansefest, da besagter Erasmus, wie sein Schöpfer und Darsteller selbst, in der Seele butterweich war. Inzwischen ist Sophie erwachsener geworden und hat in diesem Jahr ihre Lebenswende, auf die sie sich freut. Aus dem Kind wird langsam aber sicher eine Frau und Erasmus kommt ins Grübeln, weil die Jahre doch so schnell vergehen.


Aber unsere Hansemagd kann noch etwas mehr. Zum Beispiel reiten. Am liebsten auf einem Haflinger namens Nando. Ihre Mutter hat zwei Shire Horses, die größte Pferderasse der Welt, mit denen sie gern und ausgiebig kuschelt. Die Haflinger besitzt der Reitlehrer Christian Schurig, mit dem die Mutter das Unternehmen «Salt Rook Shire Horses» betreibt. Die Kuschelei mit den über 900 kg schweren Shire Horse Stuten ist dann mal ein Bild zum Lächeln, wie der Fotograf der Familie schmunzelnd zu berichten weiß. So hat unsere Sophie nicht nur viel Theatererfahrung, sondern spielte auch mit bei dem Film «Alfons Zitterbacke» und lernte so das Filmemachen kennen. Eigentlich ist diese Aussage nicht so ganz richtig. Sophie bringt schon Filmerfahrung mit, spielte sie doch schon ab ihrem 8. Lebensjahr in Kindermundfilmen des MSW-Welten Teams mit. Die lustigen Kurzfilme wurden im Merseburg-Querfurt Kanal oft gesendet. Übrigens besteht das MSW-Welten Team aus ihrer Mutter Sandy und besagten Fotografen Micha, der obendrein noch Autor und Hauptdarsteller des Hansetheaters ist. Die beiden und Sophie verstehen sich prächtig und manchmal nutzt sie auch Micha (von Beruf Lehrer), da nicht jede gymnasiale Aufgabe ganz leicht ist. So passt alles wie ein Puzzle zusammen. Das könnte jetzt eigentlich alles sein, ist es aber nicht. Immerhin hat Sophie noch eine Oma, die auch im Hanseverein ist, (die Welt ist nun mal winzig) und die ist eine begnadete Zeichnerin. Also machte daraus das MSW-Welten Team, die noch dazu einen kleinen Verlag haben (MSW-Welten Verlag), gleich mal ein Projekt.


Und da sind wir wieder am Anfang. Es war einmal … eine Prinzessin, die in einem Regenbogenland wohnte und sich auf ihren Geburtstag und das schönste Spielzeug der Welt freute. Natürlich kommt alles ein wenig anders, wie es sich für ein Märchen gehört. Das hört sich wieder nach einem Theaterstück an, ist es aber nicht. Es entsteht in drei Jahren ein Märchenbuch mit dem Titel «Die lila Prinzessin». Die Hauptdarsteller sind die Prinzessin, Sophie selbst, die Königin, Sophies Mutter, der kugelrunde König der Freund der Familie, Fotograf, Theaterstückeschreiber Michael Waldow. Die Hauptdarsteller wurden fotografiert und dann in Zeichnungen umgewandelt, Trixi malte den Hintergrund, Sophie und Mutter Sandy die Figuren nach und auch aus, Michael schrieb den Text und voilà entstand das Märchenbuch. So jetzt könnte es schon alles gewesen sein von dieser Sophie und Hansemagd, die im Übrigen auch Mitbesitzerin eines Steines für das Rathausportal ist und demnächst eine Tierpatin für einen Uhu am Petersberg wird, da sie Tiere liebt.


Sophie singt, nein nicht zum Entsetzen, sondern zum Erstaunen ihrer Mutter, deren Augen vor Freude feucht werden und Micha, Freund der Familie, kriegt dann immer eine Gänsehaut. So sang sie das Lied der Lila Prinzessin für das erwähnte Märchenbuch. Mutter und Tochter sind im Übrigen ein tolles Gespann und machen regelmäßig Mädchenabende, wo sie gemeinsam «abhängen» und den Tratsch der Welt beschnattern oder einfach ihre Sorgen austauschen. Das klingt jetzt alles nach einer perfekten Welt, aber natürlich hat unsere Sophie ihre Ecken und Kanten, die wir einfach mal für uns behalten. Immerhin reift sie gerade und da darf man Ecken und kanten haben, sonst macht das Leben keinen Spaß. Es war einmal? Ach was, es ist immer noch ein junges Mädchen mit einer Menge Hobbys.